Kirche Zuhause

Zuhause
Bildrechte: Mona Böhm

Zuversicht! 7 Wochen ohne Pessimismus.

So lautet das Motto der Fastenaktion der evangelischen Kirche.
Lange festgelegt bevor jemand auch nur zu ahnen wagte, was mitten in dieser Passionszeit auf uns alle – im persönlichen, aber auch auf uns als Gesellschaft – zukommen würde.

Zuversicht! Dieser Ausruf scheint fast ein bisschen höhnisch angesichts der immer stärker werdenden Einschnitte und des immer schneller voranschreitenden Verlaufs der Corona-Infektion in Deutschlandund in der ganzen Welt.

Wie kann man noch zuversichtlich sein angesichts der immer schneller in die Höhe schnellenden Krankheitszahlen?

Wie kann man noch zuversichtlich sein angesichts der nötigen, aber doch schmerzlichen Einschnitte in unserem Alltag und dem ganzen öffentlichen Leben?

Wie kann man noch zuversichtlich sein, wenn alles Planen und Freuen auf Ostern hin gerade jetzt so ungewiss scheint?

Zuversicht ziehe ich aus meinem Glauben. Auch und gerade in Zeiten, die sich als schwer erweisen.

Zuversicht ziehe ich aus den Worten und Geschichten der Bibel. An ihnen wird deutlich, dass Gott gerade auch in Krisenzeiten an unserer Seite steht und Menschen in Notsituationen nicht im Stich lässt.

Ein Vers ist mir in diesen Tagen besonders wichtig geworden.

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Timotheus 1,7)

Ich ziehe Zuversicht aus dem festen Fundament meines Glaubens, dass Gott – auch in den schwierigen und leidensvollen Zeiten, die wir ja gerade in der Passionszeit bedenken – uns Menschen nicht allein lässt, sondern sie mit uns durchlebt.

Ich glaube, dass Gott uns unseren Glauben gegen die Furcht gegeben hat. Gegen die Furcht vor der Krankheit, gegen die Furcht vor Isolation und Abschottung, gegen die Furcht um uns selbst und um unsere Mitmenschen.

Das heißt nicht: alle Vorsicht, alle Ratschläge und Anweisungen in den Wind zu schlagen – sondern das heißt, ganz konkret, die eigene Kraft, das eigene Vermögen für den Nächsten einzusetzen – für die eigene Familie, aber auch die, die mir fremd sind, die gefährdet sind, die Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen - besonnen und rücksichtsvoll zu handeln.
Das ist auch ein Ausdruck unseres Glaubens, den wir, gerade jetzt, leben können!

Bleiben Sie gesund und behütet!
Ihre Pfarrerin Mona Böhm