Heilig Abend auf dem Marktplatz in Obergünzburg

„Alle Jahre wieder, kommt das Christuskind, auf die Erde nieder, wo die Menschen sind!“
So ein bekanntes Weihnachtslied.

Und vielleicht waren diese Worte noch nie so wahr wie im Jahr 2020.

An einem eigentlich ganz ungewöhnlichen Ort fanden dieses Jahr die Gottesdienste an Heilig Abend statt – nämlich auf dem Marktplatz in Obergünzburg. Im Herzen unserer schönen Marktgemeinde. Wo sonst Markttage stattfinden und Bürger*innen zwischen Rathaus, Bank und Eisdiele umherschlendern, feierten einige hundert Gottesdienstbesucher*innen dieses Jahr Heilig Abend.

Die Corona-Pandemie mit allen Be- und Einschränkungen forderte auch unsere Kirchengemeinde zum Umdenken, Umplanen und Kreativ-Werden.

Und so planten wir Open-Air-Gottesdienste – und zwar dort, wo eben die Menschen sind.

Viel Zeit und Energie floss dabei in die Vorbereitung der Gottesdienste: ein Hygiene- und Schutzkonzept wurde erstellt, die Marktgemeinde wurde mit ins Boot geholt und unterstützte uns bei all unseren Ideen und immer mehr wuchs der Gedanke: ja, das kann gut und vor allem sicher für alle Beteiligten werden. 

Am 23.12. begannen dann die Vorbereitungen vor Ort.

Die Bühne wurde angeliefert und aufgebaut, Laufwege und Zonen für die Besucher*innen wurden festgelegt und die Technik ausprobiert.

Am 24.12. nahm das Ganze dann noch mehr Gestalt an. Mit den vom Bauhof bereitgestellten Materialien wurde der Marktplatz in ein Open-Air-Gottesdienstgelände verwandelt.

Zonen wurden mit Flatterband abgesperrt und Plätze für die Gottesdienstbesucher*innen mit Sprühkreide markiert. Sogar die Bundesstraße zwischen Saliterbank und Poststraße wurde abgesperrt und die freiwillige Feuerwehr stand uns bei der Sicherung der Absperrungen tatkräftig zur Seite.

Und dann – endlich war es soweit.

Um 15 Uhr und um 16 Uhr fanden zwei Familiengottesdienste zusammen mit der röm.-kath. Schwestergemeinde Obergünzburg statt. Groß und Klein kamen auf dem Marktplatz zusammen, immer mit dem gebotenen Mindestabstand und Mund-Nasen-Bedeckung. Selbst der inzwischen einsetzende Regen und Wind konnte die Gottesdienstbesucher*innen nicht abhalten, sich über das Wunder der Heiligen Nacht zu freuen. Bei den Gottesdiensten begegneten ihnen zwei Engel, die sich über den verrückten Plan, dass Gott selbst Mensch wird, ein bisschen kabbelten. Auch das nicht gesungen werden konnte, tat der Stimmung keinen Abbruch. Wurden die Gottesdienste doch von wunderbaren Ensembles des Obergünzburger Blasorchesters musikalisch gestaltet.

Um 18 Uhr feierten dann weitere Gottesdienstbesucher*innen die Christvesper. Es regnete zwar noch immer ein bisschen, aber die mitgebrachten Kerzen und der schön erleuchtete Christbaum auf der Bühne vertrieben die Dunkelheit schnell. 

„Alle Jahre wieder, kommt das Christuskind, auf die Erde nieder, wo die Menschen sind!“

Im Jahr 2020 kam die Botschaft der Geburt Jesu Christi dorthin, wo die Menschen sind.
Auf den Marktplatz Obergünzburg.

Wir, die ev.-luth. Kirchengemeinde Obergünzburg, sind dankbar für alle Unterstützung, die uns die Planung der Gottesdienste und letztlich das Feiern der Geburt Jesu auf dem Marktplatz ermöglicht haben.

An alle Beteiligten und Ehrenamtlichen, die das möglich gemacht haben: Vergelt’s Gott.
Ihre Pfarrerin Mona Böhm